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Diäten von sinnvoll bis skurril ein kurzer Überblick
Gerade in der Zeit nach Weihnachten und Silvester die Zeit der guten Vorsätze beschäftigen sich viele mit mit dem Gedanken an eine gewünschten Gewichtsabnahme, schließlich wollen wir ja alle fit und gesund in das neue Jahr starten!
Die meisten der so oft beworbenen Diäten bedeuten aber nur eine kurzfristige und häufig sehr einseitige Ernährungsumstellung, die keine langfristige Wirkung hat.
Prinzipiell gilt es, eine zu schnelle Gewichtsabnahme zu vermeiden. Ein Kilo pro Monat weniger hat sich hier als gute Faustformel erwiesen, um im Anschluss den ungeliebten Jo-Jo-Effekt zu verhindern.
Im Folgenden haben wir einige der populärsten Diäten dargestellt. Manche davon eignen sich gut um langfristig Gewicht zu reduzieren, andere hingegen haben sich aus wissenschaftlicher Sicht als skurril und nutzlos erwiesen.
Atkins-Diät: Bedeutet extreme Low-Carb-Diät, d. h. es dürfen nur sehr wenige kohlenhydrathaltige Lebensmittel gegessen werden. Dafür stehen Fleisch, Wurst, Käse, Eier und Fette in großen Mengen auf dem Speiseplan. Diese Diät ist sehr einseitig und funktioniert nur dann, wenn tatsächlich weniger Kalorien verzehrt werden. Durch die einseitige Ernährung kann es zu einer ungünstigen Stoffwechsellage verbunden mit Übelkeit kommen. Im Anschluss kommt es häufig zu zum Jo-Jo-Effekt.
Brigitte-Diät: Bisher ausgewogene, kalorienreduzierte Diät, die durch abwechslungsreiche Mahlzeitengestaltung gut funktioniert hat.
Die neue Brigitte-Diät hat nun allerdings drei neue Regeln, die sich unter anderem auf die Lebensmittelauswahl (weniger Kohlenhydrate) und auf fest vorgeschriebene Zeitabstände zwischen den Mahlzeiten (4-4-10 Stunden) beziehen. Die neue Variante ist dabei angelehnt an die Insulin-Diät von Dr. Pape (vgl. Glyx-/LOGI-Diät).
Enzymdiät durch Südfrüchte: Ananas, Mango, Papaya und Co. enthalten verschiedene Enzyme, die angeblich die Fettverbrennung ankurbeln und den Kalorienverbrauch steigern sollen. Für diese Diät gibt es keinen wissenschaftlichen Nachweis, da die Enzyme nach dem Verzehr dieser Früchte bereits im Magen inaktiviert werden, bevor sie zum Einsatz kommen könnten. Schädlich ist sie allerdings nicht, da Obst eher wenig Kalorien enthält. (Achtung: durch zu große Mengen an Obst, kann der Blutzucker erheblich ansteigen!!!)
Fasten/Nulldiäten: Es gibt verschiedene Fastenmethoden, die von nichts essen und nur Wasser trinken bis hin zu Suppen- oder Saftkuren reichen. Auch Heilfasten, um den Körper zu entschlacken und zur Selbstheilung anzuregen wird dieser Gruppe zugeordnet. Bei all diesen Diäten besteht das Risiko, dass es zu einem Verlust von Muskelmasse kommt, wodurch wiederum der Grundumsatz gesenkt wird. Dies führt zwar zunächst zu einer kurzfristigen Gewichtsabnahme, langfristig besteht allerdings die Gefahr, dass der Jo-Jo-Effekt einsetzt.
Eine Entschlackung des Körpers auf diesem Weg ist wissenschaftlich nicht nachgewiesen.
Glyx-/LOGI-Diäten: Diese Diäten beruhen auf dem sogenannten Insulin-Prinzip. Durch den Verzehr von Lebensmittel mit einem geringen Glykämischen Index (meist ballaststoffreiche Lebensmittel), steigt der Blutzucker geringer an und es wird weniger Insulin benötigt. Damit soll bei einer Insulinresistenz das Hungergefühl reduziert und die Fettverbrennung angekurbelt werden. Prinzipiell funktonieren diese Diäten, solange der Kalorienbedarf nicht überschritten wird. Manche dieser Diäten haben allerdings eine starre Lebensmittelauswahl als Grundlage und beinhalten teilweise viele unflexible Vorschriften. Da es zu starken Einschränkungen im Alltag kommt, werden diese Diäten meist nicht dauerhaft umgesetzt. Dies gilt auch für die Schlank-Im-Schlaf-Diät.
Ich nehme Ab (DGE): Diese Diät von der DGE (Deutsche Gesellschaft für Ernährung) basiert auf einem ganzheitlichen Ansatz, der neben einer moderaten Ernährungsumstellung auch Bewegungs- und Verhaltenstherapie berücksichtigt. Sie zielt auf das Einsparen von Kalorien ab, ohne dabei zu straffe Regeln zu setzen. Das Ganze erfolgt vielmehr nach einem individuellen Prinzip, bei dem neben Lieblingsspeisen auch der persönliche Alltag berücksichtigt wird.
Trennkost: Die klassische Trennkost beruht auf der Lehre von Dr. Hay, nach der eine strikte Trennung von Säurebildnern (= Kohlenhydrate) und Basenbildnern (=Eiweiß) eingehalten werden muss. Das bedeutet theoretisch, dass diese beiden Nährstoffe nicht gleichzeitig gegessen werden dürfen. Viele unserer gängigsten Lebensmittel enthalten aber nicht entweder Kohlenhydrate oder Eiweiß, sondern beide Nährstoffe gleichzeitig (z. B. Brot, Kartoffeln, verschiedene Milchprodukte). Für diese Diät gibt es keinen wissenschaftlichen Nachweis. Dennoch nehmen einige Menschen damit erfolgreich ab, da bei der genauen Einhaltung der vorgegebenen Regeln häufig nur wenig Kalorien verzehrt werden. Positiv fällt bei dieser Diät-Form auf, dass viel Gemüse in unterschiedlichster Form auf dem Menüplan steht.
Volumetrics: Hier steht das Essen nach der Energiedichte im Vordergrund. Das bedeutet, dass bevorzugt Lebensmittel mit einem hohen Ballaststoff- und Wassergehalt (vor allem Gemüse) verzehrt werden sollen. Zucker und Fett sollen dabei eher gemieden werden. Bei dieser Diät ist die Kalorienbalance ausgewogen und die Mahlzeiten führen zu einem guten Sättigungsgefühl. Lieblingsgerichte sollten aber mit eingeplant werden, um Heißhungerattacken bereits im Voraus zu vermeiden.
Weight-Watchers: Bei dieser bekannten Diät steht eine Kalorienreduktion im Vordergrund. Gleichzeitig ist aber auch eine Verhaltensänderung angestrebt. Durch die Vergabe von Fiesta- und Bonus-Points ist man in der Planung von Mahlzeiten recht flexibel. Die Weight-Watchers-Methode ist erfolgreich, solange gewissenhaft Points gezählt werden. Was sicherlich unnötig ist, ist der Kauf und Verzehr von Weight-Watchers-Produkten, da hier hauptsächlich wirtschaftliche Aspekte zählen.
Ein paar Sätze noch zu sogenannten Formula-Diäten. Für die Durchführung einer solchen Diät sollten Sie sich nur nach einer Beratung durch einen Arzt oder Apotheker entscheiden, da die verschiedenen erhältlichen Produkte sehr unterschiedlich zusammen gesetzt sind. Diese Form von Diäten eignen sich nicht für eine langfristige Ernährung, da es zu Mineralstoff- oder Vitaminmangel kommen kann. Geeignet sind sie höchstens um kurzfristig einen Einstieg in eine Gewichtsreduktion zu schaffen. Eine Umstellung von alten Ernährungsgewohnheiten hin zu neuen bleibt hier leider aus. Prinzipiell können Formula-Diäten eine sehr kostspielige Angelegenheit werden, so dass der eigene Geldbeutel meist stärker abnimmt, als man selbst.
Die beste und gesündeste Art und Weise Gewicht abzunehmen bleibt ausgewogenes, leckeres Essen mit Genuss (und ohne Verbote) kombiniert mit viel Bewegung im Alltag!!!
Quelle: Diabetes-Journal, Ausgabe 11/2011, vgl. Seite 28-31 |
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